Blut und Tränen
Das Wichtigste
- Im Haus mit den zerbrochenen Fenstern befreite die Gruppe Vilgar aus einem Schrank. Ramo hat sich offenbar gewehrt, daher das Chaos im Haus, und wurde verschleppt.
- Vilgar erzählte, was unter Torelm liegt: Wo die Stadt steht, war ein Schlachtfeld, auf dem die Toten wieder aufstanden. Seitdem ist der Trauerhof verschlossen.
- Über die Stadtmauer stieg die Gruppe mit einem Seil in den Trauerhof. Das Mausoleum ist versiegelt, und die Geister dort erinnern sich nur in Bruchstücken.
- Von fünf Geistern bekam die Gruppe das ganze Ritual zusammen: Blut, Tränen, Kerzen, zwei Gebete und die Reihenfolge. Solange die Kerzen brennen, steht die Tür offen.
- Vor ein paar Tagen brachten zwei größere Gestalten einen Gefesselten ins Mausoleum und kamen über einen Pfad hinter dem Teich wieder heraus.
- Malu und Lyria führten das Ritual durch und öffneten die Tür. Hinter ihr führt im Dunkeln eine Treppe nach unten, und die Tür fiel hinter der Gruppe zu.
Das Haus mit den zerbrochenen Fenstern
Spät in der Nacht ging die Gruppe durch die vollen Straßen zum Stadtrand. Malu erinnerte daran, dass der Zirkus jederzeit ankommen kann; Luna sah von oben nach, fand aber keine Wagen. Am Stadtrand lag dann das Haus, und neben der Hauswand lagen die Scherben der Fenster. Malu fiel auf, dass sie von innen eingeschlagen worden waren.
Die Tür war mit einem Stuhl verkeilt und ließ sich weder knacken noch eintreten. Wolfgang blieb dabei mit dem Bein in der Tür stecken, Ludwig ebenso, als er nach dem Stuhl greifen wollte; Malu und Lyria bekamen ihn nicht los und fielen beide nach hinten. Ein Kind auf der Straße rief „Schau mal, Einbrecher!“, woraufhin seine Mutter es eilig in eine andere Richtung zog. Am Ende schoss Ludwig den Stuhl mit einem Stoß dunkler Magie beiseite.
Drinnen sah es aus wie nach einem Kampf: der Esstisch umgeworfen, Stühle quer im Raum, auf Boden und Wänden Brandflecken. Lange her war das nicht. Die Treppe war morsch, aber stabil. Oben lagen an einem kurzen Flur zwei Türen. Hinter der ersten stand ein Schrank schief an der Wand, mit Seilen umwickelt, und von innen klopfte es. Lyria schnitt die Seile durch, die Türen flogen auf, und darin saß Vilgar, gefesselt, völlig erschöpft und vom Mondlicht geblendet. Ludwig band sie los.
Was Vilgar erzählte
Ihre erste Frage war, ob die vier von der Wache kämen. Dann erzählte sie: Sie war mit Ramo trinken, unterwegs trafen die beiden einen Zwerg, den sie kannten, und nahmen ihn mit zu dem Haus, in dem Vilgar wohnt, weil sie noch Rauschmittel von Seja aus dem Magieladen hatte. Irgendwann wurde ihr schlecht, und man brachte sie nach oben. Sie spürte einen Schlag und wurde bewusstlos. Als sie aufwachte, saß sie bereits gefesselt im Schrank und hörte von dort den Lärm von unten. Dass das Haus zerlegt wurde, hat nach ihrer Einschätzung Ramo getan, der sich gut wehren kann; die Brandflecken stammen von seinen Blitzen. Warum die beiden überhaupt angegriffen wurden, weiß sie nicht, und was man von Ramo will, auch nicht.
Den Zwerg und den Menschen, mit denen sie weggegangen sind, bestätigte sie. Den Menschen kannte sie nicht; er kannte aber offenbar Seja. Dass die Gruppe sie überhaupt gefunden hat, wunderte sie, selbst nachdem Ludwig Tekar erwähnte; von dem Hinweis aus dem Magieladen zeigte sie sich wenig überrascht, denn Seja sei „besonders“. Dass Seja Ramo ein silbernes Geschenk genannt hat, erfuhr sie von Malu.
Das Haus gehört ihr nicht, sie wohnt dort nur günstig. Ihr Geld hatte sie noch in einem Beutel in der Hose. Auf Lyrias Hinweis, dass der Trauerhof mit all dem zu tun haben könnte, erzählte Vilgar, was man sich über die Stadt erzählt: Wo Torelm heute steht, war einmal ein Schlachtfeld, und auf diesem Feld standen die Toten wieder auf. Die Leute brachten das irgendwann unter Kontrolle, siedelten sich an und bauten die Stadt. Das Feld war etwas Ähnliches wie ein Friedhof, bis es verschlossen wurde; offen hat Vilgar es nie erlebt. Von einem unterirdischen Zugang weiß sie nichts. Hinein komme nur, wer einen Kleriker und einen guten Grund hat, und das seien meistens Elfen.
Mitkommen wollte sie nicht, weil sie keine große Hilfe wäre, aber Bescheid wissen, falls jemand Ramo findet. Wolfgangs Ration verschlang sie auf der Stelle. Beim Abschied fiel ihr Blick auf die aufgebrochene Tür, und sie zuckte wieder zusammen.
Über die Mauer
Zwanzig Minuten später stand die Gruppe an der Kathedrale. Die Glocken schlugen Mitternacht, und die Tore in die Kathedrale waren geschlossen. Am Tor zum Trauerhof standen zwei halb schlafende Wachen und ein Ordnungshüter mit einem sehr großen Schwert. Auf der Mauer sitzen Spitzen; ein Sprung von einem Dach wäre machbar, die Landung nicht. Unter den Standbildern auf diesem Weg stehen diesmal Priester und Arbeiter, und ein dunkelgrauer Dragonborn tat seinen Dienst in der Nachtschicht sichtlich ungern.
Luna flog über den Trauerhof: ein in Felder geteiltes Gelände, auffällig dunkelgrünes Gras, Bäume mit kleinen Blättern, viele Gräber und Statuen, ein Mausoleum, ein eingezäuntes Stück und ein großer Teich. Zu sehen war niemand. Luna landete auf dem Dach des Mausoleums und hüpfte die Stufen hinunter. Die Tür ist über und über mit religiösen Zeichen bedeckt, darunter ein Schild mit einem Auge, und trägt in mehreren Sprachen denselben Text. Wolfgang kann nicht lesen und malte ihn für die anderen in Ludwigs Buch:
An jene, die uns nachfolgen. Vergangene Klagen ruhen in den Tiefen. Die Liebe der Schwestern versiegelt ihre Gestalt. Die Schwester schützt die Lebenden, die Schwester stellt sich mutig den Gräueln vergangener Tage.
In der Tür sitzen zwei kleine Schalen, über der einen ein Schild, über der anderen ein Schwert. Das erinnert an die Handschuhe und Hände der Kathedrale. Unter der Statue daneben war die Mauer schmutziger als sonstwo, ein geheimer Durchgang fand sich dort aber nicht.
Also die Stadtmauer: zwanzig Meter hoch, oben beleuchtet, aber kaum bewacht, vielleicht zehn Wachen insgesamt. Wolfgang kletterte mit einem Seil an der Stadtmauer entlang und über die Mauer des Trauerhofs, band das Seil an einem Baum fest, und die anderen drei kamen hinterher. Das Gras war weich und wirkte wie verrottet. Für den Aufstieg tauschte Malu ihre Rüstung gegen die dunkelgraue Nietlederrüstung aus Astons Waffenkammer. Oben spürte sie mit ihrer Gabe nach Untotem: an dieser Stelle nichts.
Die Geister am Weg
Auf dem Weg zum Mausoleum blieb die Gruppe auf dem Pfad. Die erste Statue ist mannshoch, mit großen Augen, weit offenem Mund und verformtem, verrottet wirkendem Kopf; im Mund brennt eine Kerze. Auf dem Sockel steht „Bleib stark, wenn du den Toten gegenüberstehst“.
An einer Steinplatte vor dem Mausoleum steht die Statue eines Wächters in abgenutzter Rüstung. Als die Gruppe näher kam, spürte Malu etwas Untotes und hielt alle an. Am Fuß der Statue trat eine weiße, durchscheinende Gestalt hervor, in ähnlicher Rüstung, der Helm aufgebrochen, ein Auge fehlte. Sie starrte nur zu der Statue hinauf. Malu nahm den nervösen Wolfgang hinter ihren Schild, und die vier kamen unbemerkt vorbei.
Weiter oben stehen eine kniende Frau, ein kleinerer Wächter und, kurz vor dem Hügel zum Mausoleum, eine Frau mit einem Säugling auf dem Arm. Dort teilt sich der Weg. Malu spürte wieder etwas, ohne etwas zu sehen.
Am Mausoleum bewegte sich die Tür auch mit aller Kraft nur minimal. Die Zeichen begannen zu leuchten, und von innen drückte etwas dagegen. Malus Gebet brachte keine Erkenntnis, nur das Gefühl einer starken Kraft hinter der Tür, ähnlich der, die ohnehin in ihr ist. Schwert und Schild passten nicht in die Schalen. Lyria fand in der einen braune Reste, die an ihrem Finger kleben blieben, und Wolfgang erkannte sie als Menschenblut; die andere Schale war leer. Auf der Marmorplatte am Boden entdeckte Ludwig helle Wachsreste, und als er sich umdrehte, sahen ihn Augen an: der Geist der Frau, den Malu kurz zuvor gespürt hatte. Sie starrte die vier erst eine Weile an, bevor sie näher kam.
Elilia
Der Geist einer Frau schwebte heran und blieb an der Marmorplatte stehen. Sie hielt ein Tuch im Arm, in dem nichts lag.
Sie wollte wissen, wer sie seien, Kleriker seien sie ja nicht, und was sie hier täten; es sei lange her, dass jemand gekommen sei. Ludwig stellte sie mit dem Gruppennamen vor und sagte, sie suchten jemanden. Ins Mausoleum zu kommen, sagte sie, werde nicht geschehen, es sei versiegelt. Wie es zu öffnen wäre, wisse sie nicht mehr genau, nur dass zwei Frauen das Ritual durchführen müssen. Geöffnet worden sei die Tür lange nicht, und dahinter lägen die Überreste längst vergessener Leute.
Dann erzählte sie von den Besuchern: Kleriker kommen mit hellen Kerzen. In letzter Zeit seien Kreaturen gekommen, die ihre Gesichter verbargen; geöffnet hätten sie die Tür nie, hinaufgegangen zum Mausoleum seien sie aber alle. Manchmal hätten sie Taschen dabeigehabt, manchmal Körper, die sie für tot hielt. Ihre Magie war eine andere als die der Kleriker. Zurückkommen sah sie keinen von ihnen.
An ihren eigenen Namen erinnert sie sich nicht mehr. „Nennt mich Elilia“, sagte sie, „so hieß meine Tochter.“ Sie nannte der Gruppe, wo die übrigen Geister zu finden sind: einer beim großen Wächterstandbild, der Älteste von ihnen, einer bei den Tafeln der Schwestern, einer bei den eingezäunten Gräbern, die sie den letzten Spielplatz nennt, und einer am Teich, der dort auf die Wellen starrt. Mitkommen wollte sie nicht, weil es sie schon genug Kraft kostet, ihre Gestalt zu halten, doch sie warte, falls die Gruppe etwas brauche. Viele der anderen, warnte sie, hätten Mühe mit dem Erinnern; man müsse ihrem Gedächtnis nachhelfen oder geduldig sein.
Der Mann an den Tafeln der Schwestern
Bei den Tafeln hängen hohe Steinplatten, links die halbe Frau in Rüstung, in der Mitte Gebetstexte. Davor kniet ein alter Mann in zerrissener Kleidung, um den Hals Ketten mit Torms Zeichen, und er ist vor allem eines: wütend.
Er starrte Malu an, die er als Paladin sofort erkannte, und fuhr sie an, dass sie es noch wage, hierherzukommen, und ob sie nicht genug Lügen verbreitet hätten. Er selbst war Priester und ist von seinen Göttern vergessen worden. Man habe ihnen gesagt, ihr Glaube werde belohnt, und nun komme niemand, um ihn zu holen; man habe ihn vergessen. Was man von diesen kalten Wesen erwarte, falls es sie überhaupt gebe. Versprechen würden nie eingehalten und weggeworfen wie Abfall. Als er auf den Stein schlug, fuhr seine Hand hindurch.
Hoffnung wollte er keine, und freilassen kann ihn niemand, denn er ist hier gefangen. Auf Lyrias Angebot, im Gegenzug beim Siegel zu helfen, kam die Geschichte: Das Siegel haben sie selbst gemacht, um die Toten im Mausoleum zu halten, weil die immer wiederkamen. Sie brachten dafür das Artefakt. Ohne das Artefakt kann niemand das Siegel brechen. Es verschließt allerdings nur die Tür: Weiter unten schläft etwas, und bis dorthin reicht das Siegel nicht. Was es ist, weiß er nicht, nur dass es da ist. Seine Versuche, daran etwas zu ändern, haben ihn zerrissen.
Lyria fragte, ob es für ihn einen Unterschied mache, wenn sie es versuchten. Wenn ihre Lügen mit ihnen stürben, sei ihm das recht. Dann rückte er mit dem Teil heraus, den er noch wusste: Nach den Schatten müssen beide, die das Ritual durchführen, ein Gebet sprechen.
Schutz: „Die Liebe der Schwestern versiegelt eure Gestalt. Ich schütze die Lebenden vor eurer Klage.“
Mut: „Vergangene Klagen ruhen in der Tiefe. Ich stelle mich mutig den Gräueln vergangener Tage.“
Was es mit den Schalen auf sich hat, wusste er nicht mehr. Seiner Art, sagte er, habe er genug geholfen.
Der letzte Spielplatz
Am morschen Zaun der eingezäunten Gräber erschien der Geist eines kleinen Mädchens und wollte wissen, wer sie seien, noch bevor es den eigenen Namen nannte. Statt einer Antwort bot es Verstecken an. Ludwig handelte den Preis aus: Hilfe beim Mausoleum. Beim Suchen fand die Gruppe es beim mittleren Grabstein, und das Kind wollte sofort noch eine Runde. Erst müsse es helfen, sagte Ludwig, und so kam der Hinweis auf die Kerzen und darauf, dass man sie aufstellen muss. Mehr gab es nur für eine zweite Runde. Diesmal versteckten sich alle vier; Wolfgang und Malu fand das Kind, Lyria blieb als Einzige unentdeckt. Danach erzählte es, was es gesehen hatte: Eine der Frauen sei traurig gewesen und habe in die Schale geweint, warum, wisse es nicht.
Damit hatte die Gruppe drei Teile beisammen: Blut, Tränen und Kerzen. Ob es gefährlich wird zu wissen, was unten liegt, blieb offen; Lyria hält Tiamat für die naheliegende Antwort.
Der Geist im Teich
Am Teich war es windstill, und das Wasser lag ruhig da. Malu spürte einen Geist, sah ihn aber nicht, und fiel dann auf, was fehlte: Der Teich wirft kein Spiegelbild. Kurz darauf hob sich etwas aus dem Wasser, das nur aus Wasser bestand, und tauchte wieder unter.
Ludwig formte aus Wasser eine kleine menschliche Gestalt. Das Wesen hielt davor inne, formte sich neu, ahmte Ludwigs Gestalt nach und bekam langsam Konturen, Augen und einen Mund. Erinnern konnte es sich kaum: Wie man die Siegel öffnet, wusste es nicht mehr, nur dass die Tür offen bleibt, solange die Kerzen des Rituals brennen. Hinter der Tür liege viel Tod. Früher hätten dort Leute in Höhlen gelebt, bis andere kamen, um sie zu töten.
Dann fragte es, welchen Tag und welches Jahr man habe. Tausend, sagte die Gruppe. So lange habe es also auf den See gestarrt, meinte der Geist, und das spiele jetzt wohl auch keine Rolle mehr. Zum Abkühlen sei der See übrigens angenehm. Wolfgang lehnte dankend ab.
Der alte Wächter
Der letzte Geist stand noch immer vor dem Wächterstandbild. Auf Malus Ansprache drehte er sich um, erkannte in ihr „den Feind“ und griff an.
Lyria schlug als Erste zu und schnitt durch seinen Körper, was ihn vor allem verwirrte: Er verlangte einen fairen Kampf und beschwerte sich über die fehlende Achtung vor den Regeln. Wolfgang traf ihn und schickte ihm einen Rattenschwarm hinterher. Der Geist fuhr durch Malu hindurch und verletzte sie und Lyria mit nekrotischer Kraft, dann verzerrte er sein Gesicht vor Wolfgang, der sich aber nicht schrecken ließ. Weil Malus göttliche Kraft gegen Untote am besten wirkt, steckte Ludwig seine Waffe weg, zeigte auf Malu und sagte, er kämpfe nur gegen sie. Die anderen zogen sich zurück.
Der erste Hieb fuhr durch ihn hindurch und schlug ihm den Speer aus der Hand. Beim zweiten leuchtete Malus Klinge auf, und der Geist wurde mehrere Meter weit fortgeschleudert und blieb im Boden. Übrig blieb ein sengendes Geräusch. Wolfgangs Angst vor dem Trauerhof hielt sich danach in Grenzen.
Dann richtete der Geist sich wieder auf, stellte fest, dass er ohnehin schon tot sei, und verneigte sich vor dieser Macht. So kamen sie ins Gespräch. Er kannte das Ritual noch:
- Links steht Torm, deren Schale das Schild über sich hat, rechts Helm mit dem Schwert.
- Zuerst schneidet sich die linke Person in die Hand, die rechte lässt ihre Tränen in die Schale.
- Dann werden die Kerzen angezündet. Mit einem schrecklichen Wind treten die Schatten aus dem Marmor und versuchen, das Siegel zu brechen. Dabei darf niemand Furcht zeigen, und das Ritual muss in der richtigen Reihenfolge weitergehen.
- Die Tür wird aufgedrückt und bleibt offen, solange die Kerzen brennen.
Hinter der Tür liegt eine sehr tiefe Gruft. Dort lebten einst Leute, bis ihr Zuhause zerstört wurde, als das Reich erbaut wurde, das niemals endet. Sie wehrten sich, suchten tief unten nach dem toten Reich und fanden es nie, und sie vollzogen viele Rituale; Teile dieser alten Magie sind unten noch vorhanden, denn die Toten standen immer wieder auf. Die Leichen warf man hinunter in der Hoffnung, die Zeit erledige den Rest. Also baute man das Mausoleum mit Türen und Fallen, und die Toten krochen weiter herauf, bis man schließlich die Magie aufgab und sie nach unten versiegelte. Danach entstanden die Kathedrale und die Stadt.
Zuletzt fragte Malu nach den Besuchern. Manchmal höre er seine Brüder, als geschehe etwas da unten, sagte er, und es kämen seltsame Leute, die im Dunkeln nicht zu erkennen seien; sie treten in die Tür und verschwinden. Vor ein paar Tagen seien zwei größere Gestalten mit einem Gefesselten da gewesen. Hinunterzugehen riet er ab, denn von denen, die das tun, kommen die wenigsten zurück. Herausgekommen seien die beiden wieder, aber nicht durch die Tore: Sie nahmen einen Pfad hinter dem Teich, nahe der Mauer.
Das Ritual
Danach ging die Gruppe zum Mausoleum zurück, und Malu tauschte das Nietleder wieder gegen ihre schwere Rüstung. Ludwig ließ eine Wand aus Wasser aufsteigen, damit der angekündigte Wind die Kerzen nicht erwischt. Malu stellte die Kerzen auf, schnitt sich in die Hand und ließ das Blut in die Schale unter dem Schild tropfen, Lyria gab eine Träne in die Schale unter dem Schwert. Dann sprach Lyria das Gebet des Schutzes und Malu das des Mutes.
Die Luft begann sich von allen Seiten zu bewegen, und aus dem dunklen Marmor traten schwarze Hände, die nach allem griffen, was in Reichweite war. Die Kerzen brannten weiter. Malu und Lyria drückten die Zeichen auf der Tür, die daraufhin einen Spalt weit nachgab, und die Hände verbrannten in dem Licht, das aus dem Spalt kam. Die Gruppe drückte die Tür auf und ging hinein. Ludwigs Wasser fiel in sich zusammen, die Tür schloss sich hinter ihr, und dahinter war es vollkommen dunkel. Eine Treppe führt nach unten.
Die Tür des Mausoleums ist hinter der Gruppe zugefallen. Vor ihr führt im Dunkeln eine Treppe in die Tiefe, dorthin, wohin vor ein paar Tagen zwei Gestalten einen Gefesselten gebracht haben. Bis zum Fest bleibt wenig Zeit.
In dieser Session
Personen & Mächte
- Das Mädchen vom letzten Spielplatz
- Der alte Wächter
- Der Geist im Teich
- Der vergessene Priester
- Elilia
- Helm
- Ramo
- Seja
- Vilgar