Zeitleiste

Das Wichtigste

  • Tekars Sohn Ramo, ein silberner Dragonborn, ist seit zwei Tagen verschwunden, zusammen mit der Halbling Vilgar.
  • Im Roten Hof erfuhr die Gruppe, dass die beiden mit einem Zwerg und einem Menschen weggingen. Der Zwerg gehört zur Essensausgabe des Offenen Kreises, der nichts anderes ist als der Gebrochene Kreis; der Mensch trägt einen Echsenkopf als Zeichen.
  • Ein Orakel im Magieladen sprach von Tiamat, der verbannten Drachengöttin mit fünf Köpfen, vom Artefakt in der Kathedrale der Schwestern und davon, dass die Stadt in sich zusammenbricht, wenn niemand das Schicksal ändert.
  • Das goldene Auge aus Lyrias Fieberträumen hat sie gesehen. Lyria erzählte der Gruppe zum ersten Mal von dem Traum.
  • Vilgar soll in einem Schrank in einem Haus mit zerbrochenen Fenstern am Stadtrand eingeschlossen sein.

Was Tekar erzählte

Beim Essen im Goldenen Speer erzählte Tekar weinend, was er über seinen verschwundenen Sohn weiß. Ramo ist kein Zwerg, sondern ein silberner Dragonborn, und er kommt wie seine Kollegin aus einem Waisenhaus. Vor zwei Tagen zog er mit Vilgar los, einer blonden Halbling: erst essen in der Jagdschänke, dann zu einem Magieladen in den äußeren Teilen der Stadt, weil Ramo ein Faible für Magie hat, und danach zu Kollegen in den Roten Hof. Für gewöhnlich sind die beiden zwei oder drei Tage in der Stadt.

Der Wirt der Jagdschänke hatte sie nur kommen und gehen gesehen. Ob Ramo im Roten Hof überhaupt ankam, weiß Tekar nicht; Ärger hatte er dort schon einmal. Vilgar fehlt ebenso, und außer Tekar vermisst sie niemand. Gefragt hat er bisher nur die Wachen: Die Ordnungshüter sind mit dem Fest beschäftigt, und die Klerikerin in der Kathedrale hatte nicht mehr anzubieten als ein Gebet. Tekar bleibt bei der Gilde neben der Schmiede.

Lyrias Vorschlag, mit Malus Namen in den Roten Hof zu kommen, fand Malu verdächtig. Lyria benutzt öfter andere Namen, und was sie früher gemacht habe, beschrieb sie Tekar als „Abenteurerin und Ähnliches“.

Die Essensausgabe des Offenen Kreises

Wo Vilgar zu finden sein könnte, wusste die Gruppe schon: bei dem Haus in der Vorstadt, an dem das Zeichen des Gebrochenen Kreises hängt und vor dem am Morgen ihrer Ankunft die Schlange stand. Diesmal stand niemand an, die Tür war offen. Drinnen riecht es nach Suppe und Schweiß: zwei lange Theken mit Hockern statt Tischen, dahinter drei Kessel und ein paar Arbeiter mit einem Kreiszeichen auf der Kleidung, davor Gäste, die alt oder verletzt waren. Vilgar war nicht da und seit Tagen nicht gekommen; die Arbeiterin, mit der Malu sprach, fürchtet, dass sie tot ist. Malus Namen hatte sie schon einmal gehört, denn Solanum kennt hier jeder, der mit Tränken zu tun hat. Das Haus nennt sich Offener Kreis und kocht für Leute in Not. Das Zeichen ist dasselbe wie das des Gebrochenen Kreises, und damit ist es auch dieselbe Organisation, die sich hier nur anders nennt.

In der Abenteurergilde

Vor der Gilde verkaufen Leute Kunsthandwerk, dahinter üben junge Wachen. Drinnen weckte Ludwig den roten Dragonborn hinter der Theke, der bei jedem Schnarchen Flammen ausstieß und das Holz über sich längst angesengt hat. Übernachten kann die Gruppe dort: fünf Silber Gildengebühr pro Person, zwei Kupfer pro Person für die Zimmer, dazu Essen und Trainingsräume. Dass Abenteurer lange nicht zurückkommen, ist für ihn normal.

Einen Gruppennamen verlangte er auch, denn den sollte eigentlich jede Gruppe haben. So steht die Gruppe nun als Dreieinhalb Schleichi in den Büchern der Gilde; aufschreiben musste Ludwig es selbst, der mit Nachnamen Hartenheim heißt. Malu bat darum, Bescheid zu geben, falls eine Frau nach ihr fragt, und der Arbeiter wunderte sich nur, ob das nicht der Name der Trankleute sei.

Der Rote Hof

Der Rote Hof liegt in der Stadt, hinter dem Nordtor und weiter nach Westen bei den Gilden, im Keller eines Gebäudes der kreativen Gilden und gleich neben der Abenteurergilde: oben Tische und Gespräche über Farben und Handwerk, unten, wo die Wände in Kopfsteinmauern übergehen, eine Tür mit einer Schiebeklappe. Ludwig hob Wolfgang hoch, Wolfgang klopfte, doch das Gildenabzeichen an seinem Hut zählte nicht. Ohne Passwort blieb die Klappe zu, auch beim zweiten und dritten Mal.

Also teilte sich die Gruppe. Malu und Lyria suchten draußen jemanden, der betrunken genug wäre, um das Passwort auszuplaudern; der Mann, den sie fanden, brachte keinen Satz mehr zustande, und Lyria fand bei ihm nur ein paar Münzen und kein Abzeichen. Wolfgang und Ludwig gingen zurück in die Gilde und handelten mit dem Arbeiter: Für fünf Gold und drei Silber brachte er sie hinein, unter der Bedingung, keinen Ärger zu machen, weil er den Kontakt braucht. Mit ihm ließ der Türsteher alle vier durch.

Drinnen hängen rote Wandteppiche, es brennt magisches Feenfeuer, und aus einem Nebenraum kommen Geräusche; getrunken wird hier nicht nur. Hinter der Theke steht ein Erdgenasi, grau, breit, mit Ohrringen. Für zwei Gold erzählte er, was er weiß: Ramo war das letzte Mal hier, ließ ein paar Gold liegen und ging mit Vilgar und zwei anderen, einem Zwerg und einem Menschen. Vom Zuhause sei die Rede gewesen, wo das liegt, weiß er nicht. Der Mensch war gestern noch da.

  • Der Mensch: sehr kurzes dunkles Haar, Ohrringe aus Metall, eine Lederjacke mit einem Echsenkopf als Zeichen. Wozu dieses Zeichen gehört, ist offen; der Magieladen führt es nicht, über seiner Tür hängen Schlangenzähne.
  • Der Zwerg: kahl, der Bart bis zum Boden, fast weißes Haar, kräftig, mürrisch, in abgetragener dunkelgrauer Arbeitskleidung, wie sie in der Essensausgabe getragen wird.

Während Malu und Lyria zum Magieladen gingen, blieben Wolfgang und Ludwig im Roten Hof. Mit dem Türsteher Damian, der Wolfgang den ganzen Abend angestarrt hatte, tanzte Ludwig am Ende auf der Tanzfläche, Wolfgang auf seinen Schultern. Die Gäste warfen Münzen, zwölf Silber und fünf Kupfer, und danach entschuldigte Damian sich für seine Art und bot teure Getränke umsonst an.

Das Orakel im Magieladen

Der Laden am Stadtrand ist ein altes, morsches Holzhaus mit einem Kranz aus Kräutern, Knochen und anderem am Eingang. Lyria öffnete die Tür, und die Tür verschwand unter ihrer Hand. Drinnen steht es voll bis unter die Decke, violett, pink und dunkel, und darin sitzt jemand mit kurzem Haar, voller Narben und Tätowierungen; ob Mann oder Frau, ließ sich nicht sagen.

Dass die beiden jemanden suchen, wusste das Orakel, bevor sie es sagten: „die Frau und ihr dunkler Spiegel“, die den verlorenen Sohn suchen, „versunken in den Wellen“. Ramo und Vilgar seien gekommen, wie sie gegangen seien: zusammen allein. Dann sprach sie weiter, in Rätseln, und das meiste davon war mehr, als die Gruppe wissen wollte:

  • Ramo liegt unter dicken Platten, an einem Ort unter der Stadt, den niemand findet, „in der Mitte der Halle mit den fünf Köpfen“, einem Ort, der zugleich bewacht und verloren ist. Man wartet darauf, dass seine Kraft ihn ganz verlässt, um ihn seinem Schicksal vorzuführen und ihn der Königin als Geschenk zu überreichen.
  • Vilgar kämpft allein im Dunkeln, an einem Ort, den sie gut kennt, um den sie gekämpft hat und der ihr Gefängnis wurde.
  • Die Frau mit dem weißen Haar ist seit Jahren verloren, so lange, dass die Gedanken sie nicht mehr erreichen. Sie steht „links von Erinnerung und Hoffnung“ in einer Reihe mit ihrer Art, hinter einer schwarzen Wand, durch die nur das goldene Auge scheint, und es folgt ihr bei jedem Schritt. Lyria hält sie für die Anführerin ihrer alten Gruppe.
  • Die Splitter haben sich für ein Ziel vereint, doch sie sind alle Lügner und wurden selbst belogen.
  • Die fünf Köpfe sind weiß, schwarz, rot, grün und blau, mit goldenen Augen, fünf Kreaturen, die man für verloren hält und nie vergessen hat; sie bewegt sich und sucht den Weg zurück an den Ort ihres Untergangs. Malu erkannte sie: Tiamat, die Mutter aller Drachen, die eine Ewigkeit vor den Menschen über Welt und Drachen herrschte, bis sie in die Unterwelten verbannt wurde. Gespalten wurde sie von ihren eigenen Geschöpfen und gehasst von Bahamut, dem einzigen Platindrachen, der über die metallischen Drachen herrscht.
  • Der Trauerhof war der erste seiner Art in Torelm: Die Toten kamen aus der Erde, ohne Gedanken, nur Hass, und töteten die Hirten in den Dörfern. Kleriker schützten die Dörfer, und aus dieser heiligen Aufgabe wurde die Kathedrale der Schwestern gebaut. Das Artefakt dort versiegelt die Gefahr, doch der Frieden ist fragil, und die Stadt geht auf ihren 800. Geburtstag zu.
  • Wird das Schicksal nicht geändert, bricht die Stadt in sich zusammen. Die Göttin hat jemanden ins Schicksal geschrieben, der das Ende verhindern kann, doch nur, wenn selbstlos und ohne Lohn gehandelt wird. Der Weg sei schon betreten, man müsse ihn nur gehen.
  • Das goldene Auge hat Lyria gesehen: Es sah sie, es spielte und es lachte. Zum Schluss fuhr eine Hand vor Lyrias Gesicht, denn die Fäden des Schicksals laufen durch jeden von ihnen.

Dann wurde gelacht, und die beiden sollten gehen, es könne sie sehen. Hinter Malu und Lyria war die Tür wieder da, und von innen lachte es weiter. Kurz darauf stürmte sie noch einmal heraus und rief Malu nach, wo Vilgar sei: in einem Schrank, in einem Haus mit zerbrochenen Fenstern.

Was Lyria erzählte

Auf dem Rückweg sprachen Malu und Lyria darüber, ob die Person verrückt ist oder recht hat. Dabei erzählte Lyria von ihren Fieberträumen nach Selmas Biss: von dem goldenen Auge, das sich in der Wand öffnete, von dem Lachen, von dem bronzenen Drachen, der grau wurde, von der zerstörten Stadt und von dem Turm, auf dem die anderen standen und Malu von einer schwarzen Masse umschlungen war. Sie hatte das alles für einen Fiebertraum gehalten. Nach dem, was das Orakel gesagt hat, glaubt Malu das nicht mehr.

Zurück in der Gilde erzählten die beiden alles auch Wolfgang und Ludwig, und Lyria erzählte zum ersten Mal der ganzen Gruppe von dem Traum, auch von Godfrey, der darin vorkam. Ludwig dankte ihr dafür. Beweise wollte er trotzdem und schlug vor, das Haus mit den zerbrochenen Fenstern zu suchen: Stimmt das, stimmt vermutlich auch der Rest. Malu drängte zur Eile, denn eine Lösung muss vor dem Fest stehen, und sie rechnet damit, dass Torms Artefakt gestohlen werden soll, um das Gleichgewicht zu zerstören. Dass mit dem Zirkus noch eine Rechnung offen ist, hat sie dabei nicht vergessen. Ludwig riet, dem goldenen Auge aus dem Weg zu bleiben, was Malu mit dem, was sie jetzt wissen, für schwierig hält.

Wo wir stehen geblieben sind

Die Gruppe ist aus der Gilde aufgebrochen, zum Stadtrand und zu dem Haus mit den zerbrochenen Fenstern. Bis zum Fest bleibt wenig Zeit.

In dieser Session

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