Zeitleiste

Das Wichtigste

  • Wolfgang und Lyria schlichen im Morgengrauen zum Lager zurück und steckten den Wagen mit Tulins Leiche in Brand, ohne bemerkt zu werden.
  • Unterwegs sprachen Malu und Ludwig zum ersten Mal in Ruhe über den Pakt. Ludwig will ihn loswerden, in seinen Büchern hing jeder beschriebene Pakt an einem Gegenstand, und sein Schwert wird er durch Wegwerfen nicht los. Er überlegt außerdem, ob auch Tiere als Opfer zählen könnten.
  • Als Rosé verkleidet schlug Ludwig auf dem Marktplatz von Torelm zwei Stände kurz und klein, damit die Stadt über den Zirkus redet statt über vier Reisende.
  • In der Bibliothek der Erinnerungen war über die Ordnung nichts zugänglich. In keinem Buch über Dämonen und Teufel kamen Glocken vor, dafür fand sich eines über Rituale gegen Flüche.
  • In der Kathedrale bat der Zwerg Tekar vergeblich um Hilfe bei der Suche nach seinem Sohn. Malu sagte ihm zu, Lyria ist dagegen.

Zurück zum Zirkus

Im kalten Morgengrauen ritt die Gruppe zum Lager des Zirkus zurück und suchte dabei nach einem Plan. Wolfgang und Ludwig gingen davon aus, dass Tulins Leiche noch in dem Wagen lag, Lyria war sich nicht sicher. Lyria wollte sich beim nächsten Halt hineinschleichen, die Tote herausholen und vergraben; Malu hielt das für zu gefährlich, weil sie, falls jemand sie dabei sähe, die Leute wären, die eine Tote wegschaffen. Lyrias Vorschlag, einfach alle im Zirkus zu töten, lehnte Malu wegen ihres Eides ab, und Wolfgang wollte sich nicht mit einem Goliath anlegen, der ganze Wagen hochhebt. Übrig blieb das Feuer. Ludwig füllte das Öl aus seiner Laterne in Wolfgangs Flasche um, damit die beiden es mitnehmen konnten.

So sah der Plan aus: Lyria schleicht sich unsichtbar an den Wagen, das Öl kommt hinein, Wolfgang schießt einen brennenden Pfeil hinterher. Malu und Ludwig reiten unterdessen nach Torelm voraus, wo Ludwig als Tulins Bruder Rosé verkleidet Chaos anrichten soll, damit die Stadt über den Zirkus redet und nicht über vier Reisende. Malu war weder mit dem Feuer noch mit den Gerüchten über den Zirkus einverstanden, trug beides aber mit. Dann teilte sich die Gruppe.

Der brennende Wagen

Wolfgang und Lyria ließen die Pferde an einem Baum zurück und schlichen neben der Straße weiter. Über dem Lager stand Rauch, aber es gab weder Musik noch Stimmen. Wolfgang schickte Luna vor: Der Zwerg fütterte Rusty, der Goliath trieb einen Stamm in ein Fass und baute sich daraus einen Hammer, und der Kenku saß am Feuer und zeichnete. Rosé war nirgends zu sehen, doch in dem Wagen, in dem die silbernen Glocken hingen, bewegte sich etwas. Dann ging der Kenku zum Wagen und sagte „FERTIG“, und Rosé fragte ihn aus dem Inneren, ob er noch mehr davon machen könne; die Gruppe hält Zeichnungen von ihr für wahrscheinlich, die als Steckbriefe dienen sollen. Danach kam Rosé heraus, setzte sich vor die Wagentür, legte Tarotkarten, schloss die Tür und setzte sich zum Kenku ans Feuer. Weil er so lange bei dem Wagen blieb, ist die Gruppe recht sicher, dass Tulins Leiche noch darin lag.

Wolfgang legte Stille über das Fenster an der Seite des Wagens. Lyria machte sich mit einem Trank unsichtbar und schlug die Scheibe ein, was mehrere Versuche brauchte und dank der Stille nicht zu hören war. Wolfgang schob mit Mage Hand das Öl hinein und schoss von Weitem Malacks Pfeil hinterher, der noch im Flug zu Feuer wurde. Die beiden rannten zu den Pferden und ritten davon. Bemerkt wurden sie nicht; hinter ihnen stand neben dem Rauch des Lagerfeuers eine zweite Rauchfahne.

Ein Gespräch über den Pakt

Malu und Ludwig ritten bis zum Sonnenaufgang, rasteten ein paar Stunden und sprachen danach zum ersten Mal in Ruhe über den Patron. Malu hatte sich ihre Gedanken zurechtgelegt: Sie versteht, dass Ludwig den Pakt in einer Notlage geschlossen hat, sie hatte ihn wegen Tulin zur Rede stellen wollen und es gelassen, weil er sichtlich versucht hatte, den Schaden klein zu halten. Sie wollte helfen und wusste nicht, wie.

Ludwig sagte, er habe nicht geahnt, worauf er sich einlässt, als er das Schwert aufnahm, und er wolle den Patron loswerden. Aus einem Pakt herauszukommen ist schwer. Malu kennt niemanden, dem es unbeschadet gelungen wäre, hält aber die hohe Kirche für eine Möglichkeit und schlug vor, in Torelm nach Literatur zu suchen. Ludwig hat gelesen, dass es mehrere Personen mit Pakten gibt und dass bei allen ein Gegenstand die Verbindung hielt. Bei ihm ist das das Schwert, und das wird er durch Wegwerfen nicht los: Es löste sich nach jener Nacht auf, und er kann es jederzeit wieder erschaffen. Ob der Patron dieses Erscheinen und Verschwinden steuert, weiß er nicht, hält es aber für möglich, weil er es selbst kann.

Ludwig schlug vor, auszuprobieren, was geschieht, wenn er sich einem Befehl widersetzt. Malu war dagegen, weil sie ihn nicht fremdgesteuert sehen will und niemand weiß, ob er die Kontrolle zurückbekäme. Beide halten für möglich, dass die Befehle noch viel schlimmer werden. Stattdessen soll Ludwig für sich festlegen, bei welchem Befehl er sich wehrt, egal was es kostet.

Zuletzt kam Ludwig auf die vier Opfer zu sprechen, die der Patron von Vollmond zu Vollmond verlangt. Ob dafür eine Person sterben muss, weiß er nicht; vielleicht zählt auch ein Tier. Deshalb will er mit Wolfgang und Malu jagen gehen. Ob das reicht, weiß niemand.

Vor den Mauern Torelms

Gegen zehn Uhr abends erreichten die beiden Torelm. Vor der Stadtmauer liegt eine weitläufige Vorstadt mit gepflastertem Weg, bunten Dekorationen und Blumentöpfen, denn die Stadt feiert ihr 800-jähriges Bestehen. Aus Sparsamkeit blieben sie in der Vorstadt. In der Taverne, vor der sich zwei Zwerge prügelten, war nur noch ein Einzelzimmer frei, für drei Silber. Ludwig schlief im Gang des winzigen Zimmers, Malu im Bett.

Schon am Abend hing in einer Nebenstraße der Vorstadt an einem Haus das Zeichen des Gebrochenen Kreises, und am Morgen stand davor eine Schlange: ärmlich gekleidete Leute, viele mit alten, unversorgten Wunden. Später sahen sich alle vier das Haus noch einmal an, doch außer Lyria wollte niemand hinein, und so ließen sie es. Näher an der Stadtmauer liegt ein Marktplatz mit einer Quelle und kleinen Ständen. Die Stadtflagge zeigt zwei gekreuzte dunkle Handschuhe, und an der Straße zum Tor stehen auf Sockeln die Standbilder der Stadthalter, elf auf jeder Seite, die ältesten mit Jahreszahlen bis zurück ins Jahr 200. Ein Sockel ist leer und trägt nur eine Gravur mit dem Namen der amtierenden Stadthalterin Esana, noch ohne Enddatum.

Der wütende Tiefling

Malu stellte sich weiter oben an der Hauptstraße in sichere Entfernung, nah genug, um im Notfall einzugreifen; Ludwig wollte ihr mit einem Stoß dunkler Magie ein Zeichen geben, falls etwas schiefginge. In einer Seitengasse verwandelte er sich in Rosé, zog einen Kriegshammer aus dem Nichts und ließ ihn wie den Hammer eines Schmieds aussehen.

Auf dem Marktplatz schlug er den Stand eines Gemüsehändlers kurz und klein, rief, er komme hierher und werde so behandelt, und zertrümmerte einen zweiten Stand, hinter dem ein halbelfisches Mädchen seiner Mutter half; das Mädchen schrie um Gnade, und Ludwig hatte es nicht gesehen. Der Händler vom ersten Stand, ein Zwerg, schlug nach ihm, traf den Kriegshammer und brach sich die Hand. Drei Wachen kamen mit den Worten „HALT! IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT“ angerannt. Ludwig floh in die Seitengasse, ließ Hammer und Verkleidung verschwinden und rannte als er selbst schreiend wieder heraus, mitten durch die Wachen hindurch, die ihn nicht beachteten. Dabei fiel ihm auf, dass sie dieselben Taschen tragen wie die Leute beim Gefangenentransport.

Am Tor rannten die Wachen an Malu vorbei und riegelten den Platz ab. Ludwig zog sie aus der Menge hinter die Statuen und machte beide unsichtbar. Wolfgang und Lyria, die inzwischen eingetroffen waren, hörten die Pfeifen schon von Weitem, fanden auf dem Markt das verängstigte Mädchen und den Zwerg mit der gebrochenen Hand und trafen die beiden in der Seitengasse wieder. Danach gingen alle vier in die Taverne, tranken Wasser und berichteten einander. Erst auf Lyrias Frage erfuhr Ludwig, dass hinter dem zweiten Stand ein Kind gestanden hatte.

Die Bibliothek der Erinnerungen

Am Stadttor standen inzwischen vier Wachen, die die Gruppe aber durchließen. Hinter der Mauer liegt ein Platz mit aquamarinfarbenen Steinen, überall wird für das Fest geschmückt, und über allem ist die Kathedrale zu sehen. Eine Stadtkarte verzeichnet unter anderem ein Gericht der Ordnung, eine Handwerksgilde und eine Gilde der Zeithüter. Als mittags die Glocken der Kathedrale schlugen, spürte Malu ihre Göttin deutlich und wurde von Mut erfüllt.

Am Rand des Kathedralenviertels steht die Bibliothek der Erinnerungen, die die Gruppe an Astons Haus erinnerte; an der Tür stehen die Zeichen der Zeithüter in mehreren Sprachen. Die Angestellten in hellblauen Roben mit weißen Schals wollten die Gruppe zweimal zu einer Lesung bringen, zu der offenbar alle anderen Besucher auch wollten. Stattdessen führten goldene Linien auf dem Boden sie zu den Regalen. Im Stadtarchiv fand Lyria nichts über den Ordnungshüter Egor Sarun und überhaupt nichts über die Ordnungshüter. Solche Angaben scheinen nicht an die Öffentlichkeit zu gehen.

Eine Etage höher stehen die Bücher über Verfluchte, Teufel und Dämonen. Eine beschädigte, unvollendete Enzyklopädie eines Verfassers namens Weson beschreibt Dämonen wie ein Tierbuch, mit Zeichnungen und vom Kleinsten aufwärts sortiert, bis hin zu Jinegu, Saggedmoi, Demogorgon und Graset. Das Kapitel über Teufel reicht von Imps, Ketten- und Knochenteufeln bis zu Moloch und Zariel. Ludwigs Patron steht in keinem der Bücher, und Glocken kommen nirgends vor. In einem neueren Buch eines Ordnungsklerikers geht es um Flüche und um Rituale, die sie brechen sollen: Etwa drei von zehn gelingen, und sie können die Betroffenen verletzen. Die Betroffenen wurden nach Quienn gebracht.

Die Kathedrale der Schwestern

Am Nachmittag wollte Malu Tulin die letzte Ehre erweisen. Der Trauerhof liegt hinter einer weißen Mauer und wird von zwei Wachen und einem Ordnungshüter mit Splintpanzer und großem Schild bewacht; hinein kommt nur, wer einen bestätigten Kleriker dabeihat. Also gingen Wolfgang und Malu in die Kathedrale, während Ludwig und Lyria draußen blieben.

Über dem Tor steht Torm in schwerer Rüstung, die rechte Körperhälfte in einem Licht, das man nicht ansehen kann, daneben eine zweite Gestalt mit vielen schwebenden Händen. Im Inneren gehen von einer riesigen Kuppel Gebetsräume für verschiedene Götter ab, unter anderem für Primus, Silvanus und Malack. Torms Raum steigt in Stufen an wie ein Theater, und auf dem schwarzen Altar liegt, eingeschlossen in schwerem Glas, ein weißer rechter Handschuh, von dem göttliche Macht ausgeht.

Davor stand ein alter Zwerg mit Gehstock und bat eine weißhaarige Frau mit drei Schals und einer Kette mit Torms Zeichen um Hilfe. Sie sagte, die Ordnungshüter hätten viel zu tun, sie werde tun, was sie könne, mehr aber nicht; wenn die Göttin es wolle, werde ihm geholfen. Dann ließ sie ihn stehen. Malu, die inzwischen mit Wolfgang abseits kniete, betete weiter und spürte dieselbe Nähe wie damals in Esterin, dazu die Gelegenheit, sich zu beweisen.

Danach sprach sie den Zwerg an. Er heißt Tekar, ist Schmied und kommt alle paar Wochen aus Akin nach Torelm, um Material zu holen; sein Sohn war immer dabei und ist jetzt verschwunden. Er sucht jemanden, der ihm hilft, und hat eine Belohnung versprochen, obwohl er nicht wohlhabend ist. Malu sagte zu, führte ihn hinaus und stellte ihn den anderen vor. Auf Lyrias Frage, warum er nicht zu den Ordnungshütern gehe, sagte Tekar, die hätten keine Zeit für ihn gehabt. Lyria machte keinen Hehl daraus, was sie davon hält, sich um ein weiteres Problem zu kümmern.

Wo wir stehen geblieben sind

Die Gruppe hat Tekar aus der Kathedrale geführt und sucht einen ruhigen Ort, um in Ruhe mit ihm zu reden. Malu hat ihm ihre Hilfe versprochen, Lyria will damit nichts zu tun haben. In der Nacht wird der Zirkus in Torelm erwartet.

In dieser Session

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